Träume zur Persönlichkeitsentwicklung nutzen

Ich persönlich träume nicht nur viel, sondern auch bunt, sinnlich und intensiv. Aufgrund der hohen Emotionalität verstehe ich oft erst nach Tagen, was der Traum mir mitteilen möchte. Es liegt mir fern mit diesem Beitrag eine sachliche Abhandlung zur Traumdeutung abzuliefern. Vielmehr möchte ich meine Art, mit der ich die Essenz meiner Träume schneller begreifen kann, mit Dir teilen.

Träumen hochsensible Menschen anders?

Man kann lesen, dass hochsensible Menschen nicht nur viel, sondern auch detailliert, intensiv und bilderreich träumen und sich an ihre Träume auch meist erinnern. Im Traum verarbeiten und sortieren wir unbewusst und bewusst aufgenommene Informationen. Da hochbegabte und hochsensible Menschen generell vermehrt Informationen aufnehmen, liegt die Annahme nahe, dass auch das Traumerleben dieser Menschen sehr komplex ist.

Diese Komplexität bietet gerade hochbegabten, hochsensiblen und hochsensitiven Menschen die Chance, über den Traum unbewusste Prozesse spielerisch ins Tagesbewusstsein zu holen.

Wenn wir lernen, die uns im Traum erscheinenden Bilder und Gefühle in Beziehung zu unseren alltäglichen Ängsten, Konflikten oder Herausforderungen zu setzen, ergibt sich eine spannende Methode, um Bewusstseinsentwicklung zu fördern. In diesem Zusammenhang geht es mir um individuelle Deutungen, unabhängig der Traumdeutungen (Symbole), wie sie in Büchern zu finden sind. Nichts spricht dagegen und oftmals sind diese Interpretationen sehr inspirativ, aber der Bezug zum persönlichen Leben erschließt sich letztendlich aus den eigenen Gedanken und Empfindungen.

Wie sich Botschaften im Traum offenbaren können.

Das zentrale Unterscheidungsmerkmal ist für mich die Art und Weise, wie ich emotional im Traum eingebunden bin. Anhand dessen kann ich feststellen, welche Botschaft der Traum für mich bereithält.

Beobachter sein!

Es gibt Träume in denen schaue ich als Betrachterin auf eine Situation, ohne emotional beteiligt zu sein. Diese Träume sind farbenprächtig und die Bilder sehr realistisch. Gleichzeitig prägt sie eine extreme Stille. Diese Träume wühlen mich erst im Wachzustand emotional auf, da ich rückblickend um ein Ereignis weiß, das ich nicht zuordnen kann. Dieses wiedrum macht mich unruhig. Ich interpretiere diese Träume als prophetische Träume, da sich mir so scheinbar zukünftige Ereignisse im Traum präsentieren. Früher empfand ich diese Träume als sehr belastend. Heute nehme ich sie so an, da sie mir verdeutlichen, dass wir universell miteinander verbunden sind. Dennoch empfinde ich stets große Erleichterung, wenn sich im Außen ein konkretes Ereignis zeigt, was ich mit meinem Traum in Verbindung setzen kann.

Mittendrin im (Traum-)Erleben

Dann gibt es Träume, bei denen ich emotional beteiligt bin. Das sind die, die mir persönliche Botschaften übermitteln, mich auf Wünsche, Sehnsüchte, Ängste etc. hinweisen und mir schon oft Lösungen, im Umgang mit bestimmten Thematiken, präsentiert haben. Es gibt Zeiten, da tauchen immer wieder Tiere in meinen Träumen auf, ein anders Mal geht es vermehrt um zwischenmenschliche Begegnungen. Zeitweise träume ich ganze Kinofilme, andere Male nur wild aneinander gesetzten Szenen, deren Sinn sich mir vielleicht schwerer erschließen. Von realistisch bis irreal, von sprechenden Tieren bis hin zu der Aufstellung mathematischer Gleichungen ist alles dabei. Auch die Intensität der Sinneswahrnehmungen im Traum wechselt. Schwarz/Weiß träume ich sehr selten, dafür nehme ich sehr oft Gerüche wahr.

Träume ich oder bin ich wach?

Interessant finde ich auch den sogenannten Klartraum – oder luziden Traum -, bei dem ich mir im Traum selbst darüber bewusst bin, dass ich träume und gleichzeitig meine Entscheidungen bewusst steuere. Das Gefühl wach zu sein, obwohl ich weiß, dass ich schlafe und träume, ist schon sehr speziell. Diese Träume tauchen bei mir vermehrt vor wichtigen Entscheidungen auf, sodass ich im Traum Möglichkeiten bewusst träumend erprobe.

Träume sind nachtragend. Gerade das Vergessene halten sie uns immer wieder vor. (Thom Renzie)

Einen Traum deuten, bedeutet die persönliche Essenz des Traumes herausfiltern. 

Letztere zwei Traumarten sind diejenigen, die mir als Weg dienen, um mein Leben erfüllter zu gestalten. In diesem Zusammenhang, ist folgende Herangehensweise für mich meist lohnenswert.

  1. Als Erstes halte ich schriftlich fest, wie ich mich nach dem Aufwachen gefühlt habe.
  2. Dann notiere ich zentrale Situationen des Traumes und schreibe mir auf, wie ich mich in diesen Momenten gefühlt habe. Die einzelnen Stationen untersuche ich anschliessend auf Zusammenhänge.
  3. Als Drittes betrachte ich die Bilder und Personen und überlege welche Werte und Eigenschaften, ein Bild oder eine Person, für mich transportiert.
  4. In der Gesamtheit aus „Situation – Gefühl – Wert und Eigenschaft“ erschließt sich mir dann ein inneres Bild, dass ich mit meinem bewussten Alltagsleben in Verbindung setzen kann.
  5. Ausgehend von diesen Erkenntnissen frage ich mich, wo ich in meinem Denken und Verhalten etwas ändern möchte und welche Möglichkeiten mir diesbezüglich sinnvoll erscheinen.

Vielleicht inspirieren Dich meine Worte dazu, Deinem Traumerleben wieder vermehrt Aufmerksamkeit zu schenken. Auf jeden Fall aber wünsche ich Dir viele traumhafte Erlebnisse in Deinem Leben.

Herzliche Grüße, Deine Sabine