Sinneswahrnehmung und Kreativität

Fond planches de bois grungeUnter kreativen Menschen findet man viele feinsinnige Menschen, die sich vielleicht so manches mal in ihrem „Anderssein“ einsam fühlen.

Künstler oder Lebens-Künstler kennen es, hin und wieder seltsam beäugt zu werden, denn der „Künstler an sich“, ist für die Normalbevölkerung noch immer irgendwie „schräg“. Jetzt magst Du vielleicht sagen, dass Deine Mitmenschen mit Deinen „künstlerischen Eigenheiten“ gut klar kommen, aber hast Du das Gefühl auch verstanden zu werden?

Fühlst Du Dich tatsächlich verstanden, wenn Du wunschlos glücklich bist, weil Deine Hände durch eine riesige Sammlung von Stoffen, Farben oder anderen Materialien gleiten, während Dir jedes einzelne Teil eine Geschichte erzählt? Wenn Du den Pinsel schwingst, dabei Musik hörst und die Welt um Dich herum vergißt, Du im Spiel des Instrumentes versinkst oder in die ferne Realität einer gerade gefundene Geschichte eintauchst?

Gehörst Du zu den Menschen die nachempfinden können, dass es mich schüttelt, weil die Farbzusammenstellung eines Bildes schrille Tönen in meinen Ohren erklingen lässt oder eine bestimmte Komposition von Formen meinen Gleichgewichtssinn zum Tanzen oder Wanken anregt? Und kennst Du das Gefühl, dich zutiefst mit einem Künstler verbunden zu fühlen, weil Dich sein Werk auf so einzigartige und wundersame Weise berührt.

Die Wahrheit ist vorhanden für den Weisen, die Schönheit nur für ein fühlendes Herz. (Friedrich Schiller)

Es gibt nicht viele Menschen, die diese Gefühle tief nachempfinden können. Dennoch gibt es sie, unter künstlerisch-kreativen Menschen sogar recht viele.

Menschen die intensiver zu fühlen, zu sehen, zu riechen, zu schmecken und zu hören scheinen. Menschen die sich in der Bewegung intensiver erfahren als andere oder empfindsamer auf Störungen, die den Gleichgewichtssinn betreffen, reagieren. Menschen die höchstwahrscheinlich hochsensibel sind, vielleicht auch hochsensitiv und/oder synästhetisch in ihrer Wahrnehmung.

Was heißt das?

In absoluter Kurzform bedeutet es, das ihre Sinne aussergewöhnlich sensibel auf visuelle, auditive, olfaktorische, geschmackliche oder Berührungsreize reagieren. Viele hochsensible Menschen sind zudem sehr empathisch und damit empfänglicher für Störungen innerhalb harmonischer Zusammenhänge. Ihr Gefühlsleben ist meist komplex und sehr lebendig. Synästhetiker verbinden bestimmte Sinneseindrücke unmittelbar miteinander, indem sie zum Beispiel einem Ton eine bestimmte Farbe zuordnen oder einer Farbe eine bestimmte Bewegung. Die Ursache für diese Art der Wahrnehmungen ist noch nicht gänzlich erforscht, die einzelnen Phänomene werden von Synästhetikern jedoch recht präzise beschrieben.

Falls Gott die Welt geschaffen hat, war seine Hauptsorge sicher nicht, sie so zu machen, dass wir sie verstehen können. ( Albert Einstein)

Solange Du nicht glaubst zu empfindsam, zu empathisch, zu exotisch oder zu bunt zu sein, wird Dich Dein Anderssein höchstwahrscheinlich nicht stören. Fühlst Du dich jedoch in Deinem Anderssein oft mit Problemen konfrontiert, so kann die Erkenntnis, das Du vielleicht hochsensibel, hochsensitiv oder gar Synästhetiker bist, für Dich und Deine Mitmenschen der Weg zu mehr Verständnis und liebevoller Kommunikation sein.

Im künstlerischen Schaffen geniesse ich die unterschiedlichen Intensitäten meiner Sinneswahrnehmungen . 

Ich arbeite unter anderem gerne mit Stoffen, nähe Bilder und Quilts. Im Umgang mit Stoff erlebe ich den Aspekt der Kommunikation besonders intensiv, da ich mich bewusst auf ein kreatives Produkt einlasse, das jemand anderes geschaffen hat, nämlich den Stoff. Mit einem Stoff, der sich nicht gut anfühlt oder in meinen Händen ein merkwürdiges Geräusch erzeugt arbeite ich nicht. Wenn mich die Farben und Muster innerlich nicht berühren, lege ich den Stoff beiseite. Es fällt mir schwer einen schönen Stoff zu zerschneiden, doch wie wunderbar ist das Gefühl, wenn sich die verschiedenen Stoffe in neuen Farb- und Formkompositionen wieder zu einem harmonischen Ganzen zusammensetzten.

So puzzel ich im kreativen Prozess gerne drauf los und verbinde das, was mich in meiner Wahrnehmung positiv berührt. Ich mache das, weil ich mich im Experimentieren und Spielen wohl fühle – auch um ein Ergebnis zu erzielen, welches mich erfreut.

Und wenn dem so ist, fühle ich mich wie im 7. Himmel.  Warum? Weil dann meine 7 Sinne so angesprochen sind, wie es mir gut tut!

Und wann sind Deine Sinne so angesprochen, dass Du Dich Eins mit Dir fühlst?

Herzliche Grüße, Sabine

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