Clustern

Bitte nicht stren stempel rot

Wie gehst Du mit Unterbrechungen um?

Im vergangenen Blog sprach ich darüber, wie wir uns durch Empathie und Telepathie aus dem Strom der Begeisterung reißen lassen. Heute möchte ich das Thema Unterbrechungen aus einer anderen Perspektive betrachten.

Was stört Dich?

Wir alle werden täglich mehrere Male in unseren Handlungen unterbrochen. Dabei geschieht die Unterbrechung nicht immer durch die direkte Ansprache eines Menschen. Generell lassen wir uns durch unterschiedlichste Sinneswahrnehmungen wie Geräusche, Gerüche, Geschmäcker, Berührungen und Bilder in unseren Handlungen unterbrechen.

Hochsensible Menschen können hiervon ein Lied singen. Zudem stehen sie oftmals vor der Schwierigkeit, auf die Vielzahl der von Aussen an sie herangetragenen Reize persönlich angemessen zu reagieren. Wir alle werden hin und wieder von unseren Mitmenschen in unseren Handlungen gestört. Unserer Kinder haben plötzlich Hunger, unser Partner will uns etwas Wichtiges mitteilen, ein Kollege benötigt unsere „Hilfe“ oder unser Chef drängt auf die sofortige Erledigung eines -aus dem Nichts aufgetauchten- Termins. Das Entwickeln oder Einhalten des eigenen Rhythmus ist in diesen Fällen nur schwer möglich.

Besonders dann, wenn wir etwas tun, was unsere ganze Aufmerksamkeit benötigt, bringen uns Störungen nicht nur aus dem (Arbeits-)Fluss, sondern zeitweilig sogar hochgradig in Stress. Wir werden unruhig, fühlen uns gehetzt und schaffen es nicht unsere Arbeit zufriedenstellend zu beenden.

Der Punkt ist nicht der, wie sehr das Aussen sich bemüht Dich zu stören, sondern Deine Konsequenz, mit der Du Störung vermeidest!

Die Konsequenz mit der Du es schaffst, Dir störungsfreie Zeiten einzurichten, bringt dich maßgeblich in Deinen Anliegen voran. Interessant ist jedoch, dass viele Menschen diese störungsfreien Zeiten zunächst nervös machen. Da die meisten Menschen daran gewöhnt sind, 10-16 Stunden oder mehr pro Tag erreichbar zu sein, ist es nicht verwunderlich, dass bereits eine nur kurzweilige Abgeschiedenheit zu großer inneren Unruhe führen kann. Diese innere Unruhe führt oftmals sogar dazu, dass die so mutig verteidigte freie Zeit zunächst nicht für die geplanten Tätigkeiten genutzt wird. Hier macht Übung (wie so oft) den Meister oder die Meisterin.

Heute schon „ge-Cluster-t“?

Das englische Wort Cluster, steht für „Traube‘, ‚Bündel‘, ‚Schwarm‘, ‚Haufen‘, ‚Gruppe‘ und beschreibt in den Bereichen Informatik, Naturwissenschaften, Sprache, Musik, Psychologie und Medizin unterschiedlichste Bündelungsprinzipien, auf deren Beschreibung ich hier nicht eingehe.

Als bewusst genutztes Zeit-Einteilungs-Tool, bedeutet Clustern sich selbst „Zeit-Bündel“ zur Verfügung zu stellen, in welchen Störungen von Aussen so gut wie ausgeschlossen werden. Diese Zeit-Bündel müssen nicht von langer Dauer sein, wichtig ist, dass sie Dir ein störungsfreies Arbeiten ermöglichen. Im Umgang mit meinen Kindern haben sich zum Beispiel  bei mir Zeiträume von 45 bis 60 Minuten als gut umsetzbar erwiesen.

Clustern bedeutet das Schild „Bitte nicht stören“ raus zu hängen, bewusst nicht zur Verfügung zu stehen und so viele Stör-Quellen wie möglich auszuschalten (Handys, störende Geräusche oder Gerüche, grelles Licht, ….). Es geht darum, dass Du Dir selbst eine Zeitzone schaffst, in der Du Dich auf das konzertierst, was Du tun willst! Für welche Aktivitäten Du diese Zeit nutzt ist egal, denn klar ist, dass wir alle solche Zeiten -ob zur Arbeit oder zur Regeneration- dringend benötigen.

Wenn Du also noch nicht clusterst, dann wünsche ich Dir viel Klarheit und Durchsetzungskraft beim konsequenten Einrichten Deiner störfreien Zeiten und natürlich viel Freude beim Füllen dieser Zeiträume 🙂

Konzentrierte Grüße, Deine Sabine

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