Sabine Anders

Malerei - Artcoaching - Kunsttherapie

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Träume zur Persönlichkeitsentwicklung nutzen

Ich persönlich träume nicht nur viel, sondern auch bunt, sinnlich und intensiv. Aufgrund der hohen Emotionalität verstehe ich oft erst nach Tagen, was der Traum mir mitteilen möchte. Es liegt mir fern mit diesem Beitrag eine sachliche Abhandlung zur Traumdeutung abzuliefern. Vielmehr möchte ich meine Art, mit der ich die Essenz meiner Träume schneller begreifen kann, mit Dir teilen.

Träumen hochsensible Menschen anders?

Man kann lesen, dass hochsensible Menschen nicht nur viel, sondern auch detailliert, intensiv und bilderreich träumen und sich an ihre Träume auch meist erinnern. Im Traum verarbeiten und sortieren wir unbewusst und bewusst aufgenommene Informationen. Da hochbegabte und hochsensible Menschen generell vermehrt Informationen aufnehmen, liegt die Annahme nahe, dass auch das Traumerleben dieser Menschen sehr komplex ist.

Diese Komplexität bietet gerade hochbegabten, hochsensiblen und hochsensitiven Menschen die Chance, über den Traum unbewusste Prozesse spielerisch ins Tagesbewusstsein zu holen.

Wenn wir lernen, die uns im Traum erscheinenden Bilder und Gefühle in Beziehung zu unseren alltäglichen Ängsten, Konflikten oder Herausforderungen zu setzen, ergibt sich eine spannende Methode, um Bewusstseinsentwicklung zu fördern. In diesem Zusammenhang geht es mir um individuelle Deutungen, unabhängig der Traumdeutungen (Symbole), wie sie in Büchern zu finden sind. Nichts spricht dagegen und oftmals sind diese Interpretationen sehr inspirativ, aber der Bezug zum persönlichen Leben erschließt sich letztendlich aus den eigenen Gedanken und Empfindungen.

Wie sich Botschaften im Traum offenbaren können.

Das zentrale Unterscheidungsmerkmal ist für mich die Art und Weise, wie ich emotional im Traum eingebunden bin. Anhand dessen kann ich feststellen, welche Botschaft der Traum für mich bereithält.

Beobachter sein!

Es gibt Träume in denen schaue ich als Betrachterin auf eine Situation, ohne emotional beteiligt zu sein. Diese Träume sind farbenprächtig und die Bilder sehr realistisch. Gleichzeitig prägt sie eine extreme Stille. Diese Träume wühlen mich erst im Wachzustand emotional auf, da ich rückblickend um ein Ereignis weiß, das ich nicht zuordnen kann. Dieses wiedrum macht mich unruhig. Ich interpretiere diese Träume als prophetische Träume, da sich mir so scheinbar zukünftige Ereignisse im Traum präsentieren. Früher empfand ich diese Träume als sehr belastend. Heute nehme ich sie so an, da sie mir verdeutlichen, dass wir universell miteinander verbunden sind. Dennoch empfinde ich stets große Erleichterung, wenn sich im Außen ein konkretes Ereignis zeigt, was ich mit meinem Traum in Verbindung setzen kann.

Mittendrin im (Traum-)Erleben

Dann gibt es Träume, bei denen ich emotional beteiligt bin. Das sind die, die mir persönliche Botschaften übermitteln, mich auf Wünsche, Sehnsüchte, Ängste etc. hinweisen und mir schon oft Lösungen, im Umgang mit bestimmten Thematiken, präsentiert haben. Es gibt Zeiten, da tauchen immer wieder Tiere in meinen Träumen auf, ein anders Mal geht es vermehrt um zwischenmenschliche Begegnungen. Zeitweise träume ich ganze Kinofilme, andere Male nur wild aneinander gesetzten Szenen, deren Sinn sich mir vielleicht schwerer erschließen. Von realistisch bis irreal, von sprechenden Tieren bis hin zu der Aufstellung mathematischer Gleichungen ist alles dabei. Auch die Intensität der Sinneswahrnehmungen im Traum wechselt. Schwarz/Weiß träume ich sehr selten, dafür nehme ich sehr oft Gerüche wahr.

Träume ich oder bin ich wach?

Interessant finde ich auch den sogenannten Klartraum – oder luziden Traum -, bei dem ich mir im Traum selbst darüber bewusst bin, dass ich träume und gleichzeitig meine Entscheidungen bewusst steuere. Das Gefühl wach zu sein, obwohl ich weiß, dass ich schlafe und träume, ist schon sehr speziell. Diese Träume tauchen bei mir vermehrt vor wichtigen Entscheidungen auf, sodass ich im Traum Möglichkeiten bewusst träumend erprobe.

Träume sind nachtragend. Gerade das Vergessene halten sie uns immer wieder vor. (Thom Renzie)

Einen Traum deuten, bedeutet die persönliche Essenz des Traumes herausfiltern. 

Letztere zwei Traumarten sind diejenigen, die mir als Weg dienen, um mein Leben erfüllter zu gestalten. In diesem Zusammenhang, ist folgende Herangehensweise für mich meist lohnenswert.

  1. Als Erstes halte ich schriftlich fest, wie ich mich nach dem Aufwachen gefühlt habe.
  2. Dann notiere ich zentrale Situationen des Traumes und schreibe mir auf, wie ich mich in diesen Momenten gefühlt habe. Die einzelnen Stationen untersuche ich anschliessend auf Zusammenhänge.
  3. Als Drittes betrachte ich die Bilder und Personen und überlege welche Werte und Eigenschaften, ein Bild oder eine Person, für mich transportiert.
  4. In der Gesamtheit aus „Situation – Gefühl – Wert und Eigenschaft“ erschließt sich mir dann ein inneres Bild, dass ich mit meinem bewussten Alltagsleben in Verbindung setzen kann.
  5. Ausgehend von diesen Erkenntnissen frage ich mich, wo ich in meinem Denken und Verhalten etwas ändern möchte und welche Möglichkeiten mir diesbezüglich sinnvoll erscheinen.

Vielleicht inspirieren Dich meine Worte dazu, Deinem Traumerleben wieder vermehrt Aufmerksamkeit zu schenken. Auf jeden Fall aber wünsche ich Dir viele traumhafte Erlebnisse in Deinem Leben.

Herzliche Grüße, Deine Sabine

Allrounderin und Solistin

Allrounderin und Solistin

Ich bin Allrounderin und Solistin, wenngleich auch keine Musikerin oder Tänzerin. Ja, ich bin Künstlerin, in erster Linie Lebenskünstlerin.  Und ich bin, wie so viele Frauen dieser Welt,  auf verschiedenden Welt-Bühnen im Einsatz.

Zuhörerin und Rednerin, Impuls- und Ratgeberin, sowie auch dankbare Impuls- und Ratnehmerin, Motivatorin, Friedensstifterin, Herzöffnerin, Kommunikationshelferin, Visionärin, Dolmetscherin, Wegbegleiterin, Farbgeberin, Inspiration, Lebenskünstlerin …. Coach, Autorin, Malerin, Kunsttherapeutin, Dance-Alvie Specialist … Mutter, Organisationstalent, Lehrerin, Taxifahrerin, Köchin, Masseurin, Reinigungskraft, Seelsorgerin, Krankenschwester …… Frau…. Freundlin……

Wir Allrounderinnen sind wendig und vielseitig interessiert. Zudem besitzen wir viele Kenntnisse und Fähigkeiten, die wir – wenn auch nicht immer zielfokussiert – zur Anwendung bringen. Im Grunde unseres Seins schätzen viele von uns die Gabe der Solistin zur One-Woman-Show, auch wenn sich einige nicht trauen, sie zu leben. Führen wir jedoch ein Solo auf, geniessen die meisten es dabei liebevoll begleitet zu werden. Denn eines steht fest: Solistin hin, Solistin her. Kontakt ist Lebenselixier solange ehrliches und ausgeglichenes Geben und Nehmen die Basis ist.

Das Leben als Allrounderin und Solistin

Die Solistin mag es ihre Aufgaben allein, qualifiziert und herausragend zu erledigen. Sie bewegt sich gerne am oberen Ende der Skala und ist nicht gerne leicht ersetzbar. Die Allrounderin liebt es, auf vielen Gebieten ihr Interesse und ihre Kompetenz zu zeigen. Sie ist begeisterungsfähig und sprüht regelrecht vor Ideenreichtum und Innovationsfreude. Tragen wir als Frau diese zwei Persönlichkeitsstile in uns, kann es vorkommen, dass wir uns aufgrund der unterschiedlichen Werte selbst gerne mal im Wege stehen. Verstandenen und bewusst genutzt, lassen sich diese zwei Stile jedoch zum explosiven Powercocktail mixen.

Ist die Explosivität dieses Cocktails ein Grund dafür,  warum Allrounder-Solisten-Frauen oft im Understatement leben?

Warum sie zulassen, dass ihr Ideenreichtum ihre Präzision und Sorgfalt lahmlegt oder auch umgekehrt? Warum sie, statt auf vielen Bühnen ihrer Wahl zu tanzen, lieber Tänze tanzen, die sie nicht wahrhaft beglücken? Ein Grund dafür, warum so manches Solo im zweiten Akt verstummt, dem nächsten Projekt Interesse gewidmet wird, sodass dem Publikum gleich zwei Stücke vorenthalten werden?

Das Leben leben

Allrounderinnen und Solistinnen sind aus meiner Sicht gute Drehbuchautorinnen, Regisseurinnen und Schauspielerinnen zugleich. Sie können, wenn sie ihren Powercocktail nutzen, mehr erreichen als sie sich zutrauen. Die Kunst liegt darin, diese zwei Persönlichkeitsstile wertzuschätzen und gezielt und wechselweise einzusetzen. Gelingen kann dies, indem wir uns mit beiden Anteilen auseinandersetzen und wach dafür sind, welcher Teil gerade welche Bühne bespielt.

  1. Wer der beiden schreibt gerade – mit welcher inneren Haltung – am Drehbuch?
  2. Wer führt Regie? Das wahre Selbst der Solistin? Das wahre Selbst der Allrounderin? Oder vielleicht doch die erlernten Konditionierungen?
  3. Wer schauspielert? Soll heißen, wer spielt gerade welche Rollen?

Indem wir uns dies verdeutlichen, sehen und fühlen wir welche Handlungen uns vom Weg abbringen und welche zielführend sind.

Den Powercocktail trinken

Die häufigsten „Ja aber“ die ich kenne und immer wieder höre sind:

  • Dann finden mich Menschen aber komisch und ich verliere Freunde!
  • Dann fühle ich mich noch öfter alleine als jetzt!
  • Was passiert, wenn ich Fehler mache?

Oh ja, es wird Menschen geben, die uns komisch finden werden. Vielleicht divenhaft, exzentrisch, egoistisch, einnehmend, anstrengend, mannsweibisch oder zu konfrontativ. Diese werden uns entweder (oder hoffentlich) verlassen oder wertschätzen lernen.

Und dann werden Menschen in unser Leben treten, die unseren Powercocktail lieben. Menschen, die unsere individuelle Weiblichkeit, Aktivität, Sinnlichkeit und Kraft bewundernswert finden und denen wir mit großer Wahrscheinlichkeit Inspiration und Motivation sein werden.

Und ja, wir werden Fehler machen, wie schon so oft in unserem Lebens. Fehler sind Bestandteil des Leben. Ohne sie hätten wir NIE Sprechen, Lesen, Schreiben, oder Rechnen gelernt.

Man entdeckt keine neuen Erdteile, ohne den Mut zu haben, alte Küsten aus den Augen zu verlieren. (Andre Gide)

Sind wir ehrlich zu uns selbst, wissen wir, dass wann immer wir in den Spiegel schauen, nur uns selbst sehen. Entweder wir entscheiden uns mutig unseren Powercocktail zu trinken und erlangen den Mut, um neue Erdteile zu erobern ODER wir bleiben am alten Ufer stehen und schauen unglücklich dabei zu, wie andere mutig in die Welt hinaussegeln.

Wie auch immer wir entscheiden, wir entscheiden allein. Ebenso, ob uns unser Lebensstil glücklich oder unglücklich macht.

Bist Du bereit für Dein Solo all around the world ? 

Herzlichst, Sabine

Zeit für Entfaltung

Zeit für Entfaltung

Wenn wir an Zeit für Entfaltung denken, denken wir oft an uns frei zur Verfügung stehende Zeit. Keine Termine, keine To Do Liste und keine Verpflichtungen, die uns in unserer Kreativität einschränken. Sind wir dann endlich termin- und verpflichtungsfrei, bleibt das Gefühl der Entfaltung jedoch oftmals aus.

Terminfrei kreativ sein zu dürfen kann inspirierend, belebend und berauschend sein. Gleichzeitig kann diese Zeit von Lustlosigkeit, Stumpfsinn und Frust überlagert werden, sodass von positiv erfüllender Entfaltung jede Spur fehlt.

Ich persönlich denke es ist erstrebenswert, wenn Kinder und Erwachsene lernen, dass Zeit für Entfaltung auch innerhalb terminierter Zeiträume möglich ist. Denn zeitlich fixierte Zeiträume können Dir helfen, die eigene Komfortzone zu verlassen um aktiv zu werden. Selbst Flowerlebnisse lassen sich so kreieren. Besonders dann, wenn sich Lustlosigkeit und Bequemlichkeit in uns breitmachen und verschiedene Bedürfnisse sich gegenüberstehen, wie zum Beispiel wenn unser inneres Kind spielen will, während unser Erwachsenenich einer Aufgabe nachkommen möchte.

Die gute alte „Eieruhr“

Ich fühle mich dieses Wochenende ein wenig wie meine Kinder, wenn sie Hausaufgaben machen sollen. Wollen sie meist lieber spielen, habe ich Lust auf Faulenzen, Stricken und Hörbuch hören. Gleichzeitig wäre ich dankbar einige Aufgaben erledigt zu bekommen. Punkto Lustlosigkeit und Lernen funktioniert bei meinen Kinder die Methode mit der Eieruhr gut. Zum Lernen gibt es 10-20 Minuten konzentriertes Lernen pro Fach – basta. Bei den Hausaufgaben stellen wir dagegen im Wettlauf mit uns selbst die Stoppuhr. Für meine Kinder immer wieder herhellend festzustellen, dass sie aufgrund ihrer Lamentiererei 40 Minuten für Aufgaben benötigen, die auf dem Papier nach 2-5 Minuten Arbeit aussehen.

„Ein wahrhaft großer Mensch verliert nie die Einfachheit eines Kindes.“ (Konfuzius)

Ich sagte ja bereits, dass mein inneres Kind heute spielen will, von daher streitet es fröhlich frech mit meinem Erwachsenenich, welches ein Expose schreiben will. Ganz Mutter hole ich die Eieruhr aus der Küche und biete meinem inneren Kind an, heute und morgen  3 x 45 Minuten konzentriert zu arbeiten, um dazwischen und danach mit ihm am Sofa abzuhängen und dem Müßiggang zu frönen. Es ist ja schließlich Wochenende!

Und siehe da, 45 Minuten konzentriertes Schreiben, kein Maulen, kein Lamentieren, mein inneres Kind hat stillgehalten. Als die Eieruhr klingelt, jubelt es und treibt mich zum Sofa. Im Gegensatz zu vorher möchte es nun Picknick machen, um dann voller Elan ins nächste Projekt einzutauchen. Mein Erwachsenenich streikt, es plädiert dafür ohne Pause das Vorhaben zu beendigen, dann hätten wir wenigstens was geschafft!

Der erneute innerer Disput in mir amüsiert mich. Wer bekommt seinen Willen, wer setzt sich durch? Da das Kind in mir heute eher meine Befindlichkeit trifft, entscheide ich mich in den folgenden 45 Minuten Einheiten verschiedenen Projekten meine Aufmerksamkeit zu schenken. Nun ist Sonntagabend und ich habe mehr geschafft als erwartet, zudem hatte ich Spaß UND habe gefaulenzt.

„Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug.“ (Epikur)

Die professionelle und fortgeschrittene Variante der „Eieruhr Methode“ nennt sich im Fachjargon Clustern. Dort strukturiere und plane ich meine Arbeitsmodule in Zeitfenstern und bediene sie gewissenhaft. Störung unerwünscht!

Für Menschen, die nicht gerne lange bei einer Sache bleiben, kann dies eine lebendige Art sein, um kreativ und zeitgleich zielorientiert zu arbeiten. Einfach „Schulstunde für Schulstunde“ das Projekt (Fach) wechseln und stetig weitermachen. Unter Umständen ziehen sich einige Projekte so ein wenig länger hin, aber auch das genaue Gegenteil kann der Fall sein. Ich finde das Gefühl, mehrere Projekte zeitgleich wachsen zu sehen, zudem sehr erfüllend.

Ob strukturiert eingesetzt oder spontan genutzt um der eigenen Lustlosigkeit entgegen zu treten, das Setzten einer fest umrissenen Uhrzeit hilft dabei aktiv und produktiv zu werden. Zudem ist es eine sehr effektive Methode, um dem eigenen Bedürfnis nach Zeit für Entfaltung Raum zu geben.

Wichtig dabei ist, die Kontrolle über die Zeit abzugeben. Ob Eieruhr, Handy, Wecker oder Mensch, in der bewusst gesetzten Zeit sollte Zeit keine Rolle spielen. Der eigene Blick auf die Uhr ist kontraproduktiv, solange bis die Uhr klingelt!

Erst wenn Zeit zeitlos wird, kann in der vorgegebenen Zeit Flow auftreten. Und mit dem Flowerlebnis ist Lustlosigkeit Schnee von Gestern und die nächste Zeiteinheit kann mit Leichtigkeit und Freude angegangen werden.

Es lebe die gute alte Eieruhr!

Und was spielst Du heute?

Und was spielst Du heute?

Heute Morgen kam mir ein Satz von Bodo Schäfer in den Sinn: „Es macht einen Unterschied ob ich spiele, um nicht zu verlieren oder ob ich spiele, um zu gewinnen.“

doors-1974014_1280. Pixabay. deDa ich gerne spiele, entschied ich mich heute morgen dazu, mit dieser Frage zu spielen.

„Spiele ich in der jetzigen Situation, um nicht zu verlieren oder spiele ich, um zu gewinnen?

Die Antworten, die sich mir auftun, erfeuen mich zutiefst. Ich bin begeistert, wie schnell sich mit der Frage unbewusste Glaubenssätze ins Bewusstsein holen lassen und Prioritäten und Werte innerlich abgefragt werden können. Zusätzlich erfreut bin ich darüber, dass ich entweder entscheidungsfreudig sofort eine Änderung herbeiführe, oder aber mich bewusst dafür entscheide, meinen Schweinehund zu füttern.

Voraussetzung ist, sich auf das Spiel einzulassen und das eigene Leben aus der Sicht des Spielers zu betrachten. Geschieht das, macht das Spiel, wie so viele Spiele, richtig Spaß.

Wer glaubt, dass Spielen und Ernsthaftigkeit nicht zusammengehen, der beobachte einmal Kinder. Kinder nehmen ihr Spiel sehr ernst, sind emotional sehr involviert UND haben Spaß bei Sache. Und wer schon einmal von einem Kind zurechtgewiesen wurde, weil man sein Spiel, aus seiner Sicht, nicht ernst genommen hat, der versteht, dass Spiel nicht mit fehlendem Ernst gleichzusetzen ist.

Und jetzt spielen wir!

Mein morgendliches Thema war es, die Kinder pünktlich vor der Schule abzusetzen. Im Zusammenhang mit meinem Ziel „pünktlich“, erlebe ich jedoch morgendlich wiederkehrende Verzögerungselemente, die mich offen gesagt oft zur Weißglut treiben 🙂

Aber gut! Neues Spiel, neues Glück!

Wie spiele ich mein Spiel „zur Schule bringen“ heute? Nicht verlieren oder gewinnen?

Nicht verlieren, bedeutet für mich pünktlich an der Schule sein. Spaß hätte ich dann aber aller Wahrscheinlichkeit nicht. Spielen, um zu gewinnen, könnte heißen, den Morgen entspannt gestalten, die Kinder gut gelaunt und pünktlich an der Schule absetzen und danach entspannt das nächste Spiel, meine Arbeit, zu beginnen. Spätestens nun wird mir klar, dass ich eine andere Strategie einschlagen muss, wenn ich das Spiel gewinnen will. Ich muss mich entschieden: Gewohnheitsmäßig den Schweinehund füttern ODER neue Spielregeln für alle – auch für mich!

Was will ich wirklich? Pünktlich und gute Laune oder reicht mir pünktlich?

Zur Freude meines Klavierlehrer hier ein weiteres Beispiel. Schlechten Gewissens bin ich heute Morgen zum Unterricht. Ich habe lange nicht geübt und hätte so einige Entschuldigungen im Ärmel gehabt. Nach dem Unterricht fragte ich mich:

„Lerne ich, um nicht zu verlieren, oder will ich nicht doch lieber gewinnen?“

Mal ehrlich: Heute Morgen hatte ich das Gefühl ich spiele, um nicht zu verlieren. Deswegen die Spielregeln aber schon heute ändern? Mein Schweinehund jammert und kaut mir sämtliche Entschuldigungen vor. Ob ich die Kraft aufbringen möchte, um meinem Schweinehund zu trotzen? Dessen bin ich mir heute unsicher, aber ich fühle, dass mir geänderte Spielregeln (nämlich mehr üben) auch mehr Freude bringen würden.

Der Tag ist noch nicht zu Ende und ich erfreue mich weiter an diesem netten Spiel. Amüsiert, erstaunt und dankbar, dass eine einfache Frage, immer und immer wieder gestellt, uns gewohnte Konditionieren vor Augen halten kann, beglückt mich. Zudem motiviert mich dieses Spiel dazu schnellere Entscheidungen zu treffen. Dies wiederum führt dazu, dass ich mich unmittelbar anders verhalte oder aber bewusst bei meinen alten Gewohnheiten verweile.

Vielleicht inspiriert dich mein Spiel auch dazu, die alltäglichen Dinge des Lebens, einmal unter diesen Aspekt zu betrachten.

Ich wünsche Dir viel Spaß beim Spielen.

Deine Sabine